HALLISCHE HÄNDEL-AUSGABE

Kritische Gesamtausgabe


Die Hallische Händel-Ausgabe (HHA) ist eine Kritische Gesamtausgabe der Werke Georg Friedrich Händels auf der Grundlage aller bekannten Quellen. Sie soll sowohl der Forschung als auch der Praxis dienen. Innerhalb der Bände sind die Werke und deren Fassungen nach Möglichkeit chronologisch geordnet.

Die Hallische Händel-Ausgabe erscheint seit 1955 und soll 2023 abgeschlossen sein. Geplant sind 116 Notenbände mit eingebundenen Kritischen Berichten und Faksimiles der Libretti bei Opern und Oratorien sowie ca. 10 Bände Supplemente.

Dem Editorial Board gehören renommierte Händel-Forscher aus Deutschland, Großbritannien und den USA an. Jeder Band enthält ein Vorwort, in dem über Entstehungsgeschichte und Überlieferung des Werkes berichtet wird und aufführungspraktische Fragen erörtert werden. Die Ausgaben von Vokalwerken enthalten eine wörtliche deutsche und, wenn nötig, eine englische Übersetzung des Gesangstextes. Seit 1991 enthalten die Bände der Serien I und II jeweils ein Faksimile des für die ersten Aufführungen gedruckten Librettos. Grundsätzlich werden Händels Intentionen so genau wie möglich in moderner Notenschrift wiedergegeben. Hinzufügungen zu Händels Wort- und Notentext sind gekennzeichnet.

Schon vor der Hallischen Händel-Ausgabe gab es Ausgaben der Werke Händels, beispielsweise die der Händel-Zeitgenossen John Walsh und John Cluer, von Samuel Arnold (1787–-1797) und Johann O. H. Schaum (1822-–1825), diejenige der English Handel Society (1843–-1858), die „Ausgabe der Deutschen Händel-Gesellschaft“ von Friedrich Chrysander (1858–-1894), und die Ausgaben des Verlags Novello (1846ff.). Alle diese Ausgaben sind unvollständig.

Am wichtigsten und bekanntesten ist Chrysanders Ausgabe, mit 94 veröffentlichten Bänden die größte nach der HHA. Unvollständig ist sie, weil noch nach ihrem Abschluss zahlreiche Kompositionen Händels entdeckt wurden. Da Chrysander nicht alle erhaltenen Quellen kannte, konnte er manche Werke nur unvollständig edieren und bei komplizierter Quellenlage und schwierig zu deutenden Quellen auch kein befriedigendes Endergebnis erzielen. Des weiteren haben sich die Ansprüche an eine wissenschaftliche Gesamtausgabe geändert. So ist es für die HHA üblich, alle Fassungen der Werke Händels darzustellen, während Chrysander in der Regel nur eine bot, von der er annahm, dass sie Händels Intention am nächsten kam. Auch andere heutige Standards galten für Chrysander noch nicht: Seine Vorworte sind meist sehr kurz, Kritische Berichte verfasste er nicht.

Die Idee zu einer neuen Händel-Ausgabe kam von Karl Vötterle, Bärenreiter-Verlag Kassel. Zunächst sollten ausgewählte Werke Händels in einer deutsch-englischen Gemeinschaftsausgabe veröffentlicht werden. Der Vertrag zwischen dem Verlag und der Stadt Halle über das Projekt wurde im Jahre 1943 unterzeichnet. Bereits zwei Jahre später erschien der Klavierauszug von Deidamia.

1948 wurde die Hallische Händel-Gesellschaft mit dem vornehmlichen Ziel gegründet, Händels Werk zu pflegen und in einer neuen, umfassenden und Kritischen Gesamtausgabe der Musikwelt zugänglich zu machen. Der erste Band der nun als „Hallische Händel-Ausgabe“ bezeichneten Edition wurde 1955 veröffentlicht. Ursprünglich war sie als praktische Ausgabe geplant, die auf der Chrysander-Ausgabe basieren sollte. Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jh. entwickelten sich neue philologische und redaktionelle Standards, welche zu einer völlig neuen, von Chrysander unabhängigen Erarbeitung der einzelnen Werke führte.

Die Hallische Händel-Ausgabe erscheint in fünf Serien und mehreren Supplementbänden:

Serie I ‒ Oratorien und große Kantaten
Serie II ‒ Opern
Serie III ‒ Kirchenmusik
Serie IV ‒ Instrumentalmusik (Klavier-, Kammer- und Orchestermusik)
Serie V ‒ Kleinere Gesangswerke
Supplemente
Demnächst erscheinen

Alessandro“, HWV 21, hrsg. von Richard King, Serie II / Bd. 18

 

Sosarme“, HWV 30, hrsg. von Michael Pacholke, Serie II / Bd. 27

zuletzt sind erschienen

Kritischer Bericht und weitere Textteile zu Orlando, HWV 31,

2014, hrsg. von Terence Best

Serie II / Bd. 28

 

Coronation Anthems für Georg II., HWV 258—–261, 2015, hrsg. von Stephan Blaut

Serie III / Bd. 10

 

Te Deum and Anthem for the Victory of Dettingen, HWV 283 und 265,

2015, hrsg. von Amanda Babington

Serie III / Bd. 13

 

Impressum
Die Hallische Händel-Ausgabe ist ein Drittmittelprojekt des Instituts für Musik, Abteilung Musikwissenschaft, der Martin-Luther-Univer- sität Halle-Wittenberg.

Sie wird gefördert durch die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, vertreten durch die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bonn, sowie des Kultusministeriums des Landes Sachsen-Anhalt, Magdeburg.

Die Redaktion arbeitet mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Händel-Haus, Halle, und der Landgraf-Moritz-Stiftung, Kassel.

Träger
Georg-Friedrich-Händel-Gesell­schaft e. V., Internationale Vereinigung, Sitz: Halle (Saale)

Herausgeber
Georg-Friedrich-Händel-Gesell­schaft e. V., Internationale Vereinigung, Sitz: Halle (Saale)

Verlag
Bärenreiter-Verlag, Kassel
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