Ottone HWV 15 (II/12: Notenband mit Kritischem Bericht), herausgegeben von Fiona McLaughlan, Kassel 2008

Die Kompositionsgeschichte von „Ottone“ ist eine der kompliziertesten einer Händel-Oper. Händel beendete den ersten Entwurf am 10. August 1722, aber dann verging eine ungewöhnlich lange Zeit von etwa fünf Monaten bis zur ersten Vorstellung. Während dieser Zeit nahmen Händel und sein Librettist Nicola Francesco Haym umfassende Revisionen sowohl der Musik als auch des Textes vor, die alle sechs dramatischen Personen betrafen, insbesondere aber die Heldin Teofane. Weitere Änderungen gab es für die Benefiz-Vorstellung der Sopranistin Francesca Cuzzoni während der ersten Aufführungsserie und auch für Händels Londoner Wiederaufnahmen von 1726 und 1733; viele davon wurden durch Änderungen der Besetzung erforderlich.

Als Händel im Herbst 1719 in Dresden war, um Sänger für die Royal Academy of Music zu engagieren, wird er höchstwahrscheinlich eine Vorstellung von Antonio Lottis „Teofane“ besucht haben. Stefano Benedetto Pallavicinis Libretto für diese Oper bildete Hayms Textvorlage für „Ottone“, und Händels Musik wurde von derjenigen Lottis beeinflusst. Drei Mitglieder des „Teofane“-Ensembles kamen schließlich nach London, wo sie die gleichen Partien in „Ottone“ aufführten. Händel brachte das Werk zum ersten Mal am 12. Januar 1723 am King’s Theatre am Haymarket zur Aufführung. Sieht man einmal von „Rinaldo“ ab, wurde keine Oper Händels zu seinen Lebzeiten öfter aufgeführt und neu inszeniert als „Ottone“, seine dritte Oper für die Royal Academy. Händels vier Londoner Wiederaufnahmen fanden 1723–24, 1726, 1727 und 1733 statt. Der umfangreiche Band enthält sämtliche für die verschiedenen Fassungen des Werkes überlieferte Musik.

 
(Quelle: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Jahresbericht Hallische Händel-Ausgabe 2008)

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